Rolf G. Schmid: «Wenn schnell auch sicher sein muss»

Damian Amherd | 24. Oktober 2008 um 16.43 Uhr | KMU-Tag 2008 | 0 Kommentare

Rolf G Schmid

Rolf G. Schmid hat an der Universität St.Gallen Betriebswirtschaft studiert und hatte verschiedene Führungspositionen in der Pharma-, Uhren- und Touristik-Branche inne. Seit 1996 ist er CEO der Mammut Sports Group in Seon, AG. Ferner amtet er als Vorstandsmitglied von economiesuisse und der Aargauischen Industrie- und Handelskammer. Heute steht er jedoch, wie er selbst sagt, als “hundskommuner KMUler” vor uns.

Mammut existiert seit 1862 und war ursprünglich ein Seilehersteller, doch als Rolf G. Schmid 1996 das Amt des CEO übernahm, war Mammut ein angeschlagenes Unternehmen, welches in einer winzigen Nische, nämlich der Ausrüstung für Hochalpinismus, tätig war und umsatzmässig alles andere als erfolgereich operierte.

Es folgte eine Umbruchsphase, in welcher das Angebot sukzessive erweitert wurde. Fortan positionierte sich Mammut nicht mehr bloss als reiner Alpinaurüster, sondern auch als Hersteller von Outdoor- und Schneesport-Produkten. Ferner wurde die Marketingabteilung neu organisiert, bzw. überhaupt erst gegründet.

In einem weiteren Schritt wurde durch Akquisitionen die Expansion vorangetrieben. So wurde zum Beispiel die norwegische Firma ajungilak aufgekauft, welche auf die Herstellung von High Tech Schlafsäcken spezialisiert war oder durch die Übernahme von Climb High ein Distributionsnetz in Nordamerika sichergestelt.

In der darauffolgenden Konsolidierungsphase ging es darum, die Supply Chain weiter auszubauen und zu festigen und noch weiter an der Innovationskraft zu arbeiten.

Soviel zur Geschichte des Turn-Around bei Mammut. Doch inwiefern ist Geschwindigkeit bei Mammut wichtig?

Geschwindigkeit bedeutet einerseits Priorisierung. Als Schmid 1996 das Kommando übernahm, gab es viel zu tun. In einem ersten Schritt ging es aber darum, die eigenen Hausaufgaben zu machen und die verschiedenen offenen Projekte klar zu priorisieren.

Geschwindigkeit bedeutet aber auch, das Momentun, den Schwung auszunutzen. Ist bei Mammut ein Entscheid gefasst, wird dieser auch durchgezogen. So wird Mammut ab Sommer 2009 die Marke Raichle an ihrem 100-jährigen Geburtstag aufgeben und fortan nur noch als Technologiebezeichnung einsetzen. Geschwindigkeit bedeutet also auch, sie im richtigen Zeitpunkt einzusetzen.

Man muss aber von Zeit zu Zeit auch rasten und sich Zeit nehmen. Mammut ist in den letzten 10 Jahren rasant gewachsen und hat sich von einer “Kletterbude” zu einem Vollanbieter entwickelt. Es braucht also Zeit, bis sich der Kulturwandel in der gesamten Firma durchgesetzt hat.

Geschwindigkeit bedeuet aber imer auch Gefahr. Vor allem im Kontext der jetzigen Krise stellt sich die Frage, ob man mit demselben Schwung weiterziehen will oder ob man eventuell die Geschwindigkeit auch drosseln muss.

Skyrunner Stangl Mammut
Skyrunner Christan Stangl im Gespräch mit Mona Vetsch.

Als Überraschungsgast kommt der “Skyrunner” Christian Stangl auf die Bühne, welcher die Gipfel dieser Welt im Eiltempo erklimmt. So bestieg er zum Beispiel den 6956m hohen Aconcagua in knapp viereinhalb Stunden und war nach gut sechs Stunden wieder am Startpunkt. Der Aconcagua wurde so also zu einer Halbtagestour. Seine grösste Leistung vollbrachte Stangl jedoch in 2006, als er den Mount Everest im Rahmen einer einer Tagestour bezwang: gut 16 Stunden hoch, 1 Minute auf dem Gipfel und in 6 Stunden wieder runter ins Basiscamp. Chapeau!

 

 

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